Wenn man - wie ich - die Hans-Neblung-Band noch in der ersten Bremerhavener Besetzung kennt, dann weiß man das dessen Mitglieder Lars Hierath und Olaf Satzer ihr Handwerk – ihre Instrumente- beherrschen.

 

Mit dieser Erinnerung im Kopf habe ich dann "ja" gesagt, als meine Mutter fragte, ob wir nicht zum Konzert von Gerths Bagaasch im Theater im Fischereihafen (unter Einheimischen auch kurz als TiF bekannt) wollen. Ehrlich gesagt, so Recht wusste ich nicht, was mich da erwartete, aber die beiden bereits erwähnten Herren versprechen grundsätzlich erst mal gute Musik. Auch die Namen Nils Wandrey und Ingo Beck – zwei weitere Mitglieder von Gerths Bagaasch -, so weiß man in Bremerhaven, stehen den beiden anderen dem Ruf nach in nichts nach.

 

Also Karten reserviert und mit "3 Mann" ins TiF.


So ein bisschen Unsicherheit blieb. Was kommt dabei raus, wenn die plattdeutschen Texte von Klaus Groth auf Rockigere Musik treffen? Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, ob ich ohne den Anstoß meiner Mutter zu einem Konzert gegangen wäre. Und so saß ich dann nun um TiF.

 

Kurz nach 17:00 betraten die 6 Musiker an der Seite von Gerth Schmidt seines Zeichens Sänger und Vater der Bagaasch.

 

Wow!

 

Da funktionierte der Generationentreff von den Texten, die Klaus Groth (1819-1899) in einer „früheren Lebenszeit“ geschrieben hat, und der Rockmusik, die im Alligator Farm Studio von Nils Wandrey gemischt wurden.

 

Die heutige Technik macht´s möglich, dass Nils Wandrey bei den Tonaufnahmen noch Gitarre, Bass, Cello und Drum allein spielen konnte. Dazu kam Ingo Beck an Klavier und Keyboards, Lars Hierath mit Saxophon und Querflöte und Gerth Schmidt mit dem Gesang.

 

Auf der Bühne wird es dann schwierig mehrere Instrumente gleichzeitig zu spielen. So hat Gerths Bagaasch mit Olaf Satzer, Stefan Hübler und Dario Beck Zuwachs bekommen.

Es funktionierte nicht nur der Generationentreff von Klaus Groth und Rockmusik, es funktionierte auch der Generationentreff der Musiker, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfanden. Die 6 Musiker erweckten teilweise den Eindruck eines „Showorchester“. Das Zusammenspiel und die Unterstützung des Sängers funktionierten fast blind. Die „Umbaupausen“ seiner Musiker wusste Gerth Schmidt geschickt zu überbrücken, er machte auch das zum Teil des Großen Ganzen.

 

Gerth Schmidt bewies an Hand eines Beispiels, dass man die Musik zu den Texten von Klaus Groth in unsere Zeit versetzen kann, aber inhaltlich ist das Original doch bei weitem besser, als eine Übertragung ins hier und heute. Oder kommen bei den Worten „Soll ich dir die Software deiner Melkmaschine updaten“ irgendwelche romantischen Gefühle auf?

 

Nils Wandrey nahm seine Kollegen immer wieder mit, wenn bei ihm der Rocker durchbrach und gab seine Energie an alle weiter. Und so passte selbst ein headbangender Nils Wandrey zu den Gedichten von Klaus Groth.

 

Ingo Beck bewies, dass er die Tasten seiner Instrumente sowohl ganz klassisch als auch in der E-Version zum Glühen bringen kann – streckenweise sogar beide Versionen gleichzeitig. Und auch aus einem Akkordeon, kann  man den "Rock" holen, er bewies es dann auch gleich noch..

 

Auch wenn er laut eigener Aussage etwas eingerostet war, hatten die Finger des Lars Hierath aber schnell Betriebstemperatur erreicht. Er zeigte wie vielseitig Querflöte und Saxophon sind. Natürlich bewies auch der Zuwachs der Bagaasch  - die Herren Satzer, Hübler und Beck - ihr Können, ihre Klasse und ihr Unterhaltungstalent.

 

Nur eines sei mal negativ bemerkt: Da kam nun zwischendurch der Rainmaker zum Einsatz. Olaf Satzer und Nils Wandrey zeigten leider viel zu gut, wie sie diesen beherrschten. Aber das stellte man erst nach dem Konzert fest, draußen vor der Tür auf dem Weg nach Hause. Aber diese wenigen Tropfen trübten die Stimmung nicht.

 

Mit wenigen Liedern hatten die 7 das Publikum in ihren Bann gezogen. Man merkte ihnen die Freude an ihrem Tun an und die übertrug sich aufs Publikum. Und wer dann in den Kenntnissen der plattdeutschen Sprache nicht ganz so sicher war, für den erklärte Gerth Schmidt die Texte. Er zitierte, sang und übertrug die Texte ins neue Jahrtausend. Die Lacher bewiesen, dass er mit seiner Moderation den Nerv des Publikums traf. Der Draht zum Publikum war schnell gefunden.

 

Kurz gesagt, die Idee meiner Mutter zum Konzertbesuch war sehr gut. Man sollte halt öfter mal auf Muttern hören.

 

MTR/ B.Seitz

 

 

Hat der Text über das musikalische Treiben der BAGAASCH

die Neugierde an Gerth und seinen Mannen entfacht,

dann ist zu empfehlen

sich mittels eines Anstupser dieser Zeilen

den Ausführungen auf unserer Heimatseite zu widmen!

 

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DAP, Hamburg
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