Gitarre und Cello

Ania & Matthias Strass

Ja, wir haben die beiden bereits im letzten Jahr präsentiert. Damals schon war die Rede von einer neuen CD.

 

Am 23. März ist es soweit.


   GITARRE & CELLO      ZWEI

Moon Sound Records

Bestellnummer: 1315-1514-75

V.Ö.: 20.3.2015

 

Dankenswerterweise haben sich Ania und Matthias die Zeit genommen uns einige Fragen zu beantworten. Und das wiederum  ist als Gesamtpaket Grund genug, das Duo "Gitarre und Cello" als Künstler des Monats zu präsentieren.


Und unten auf dieser Seite noch einige Termine !!!!

 

Idee, Interview und Realisation: Hartmuth Seitz (mTr)

Foto: Zur Verfügung gestellt von "Gitarre & Cello"
Foto: Zur Verfügung gestellt von "Gitarre & Cello"

Der gemeinsame Auftritt von Gitarre und Cello war für uns quasi Neuland. Wie kam es bei euch beiden dazu,  gemeinsam als Duett aufzutreten?

 

Unser Freund & Kollege Olaf Satzer hat Ende 2009 sein Buch “Lenin und die Hühner” veröffentlich und anlässlich seiner ersten Präsentation/Lesung hatten wir ein wenig musikalische Begleitung in Form russischer Musik arrangiert. Es kam direkt nach der Lesung die Anfrage nach einem eigenen Gitarre & Cello Programm. Das war der Anfang. Es dauerte dann allerdings noch ca 2 Jahre bis wir genug Musik komponiert und arrangiert hatten um erste Testauftritte zu wagen. Es gibt ja kaum Material oder Vorlagen für Gitarre & Cello und ausserdem hat uns von Anfang an die Vorstellung eigener Musik gereizt.

 

Ania, dass es unterschiedliche Arten und Formen von Gitarren analog zu unterschiedlichen Musikstücken gibt ist bekannt. Das Cello kannte ich primär aus dem Bereich der klassischen Musik. Ihr setzt das Cello außerhalb der klassischen Musik ein. Seid ihr alleine auf diese Idee gekommen oder gibt es da für euch Vorbilder?

 

Wir haben in der Vergangenheit schon mit Sängern aus dem Rock/Pop Bereich gearbeitet und gerade in der Singer Songwriter Szene hat sich das Cello ja als Kombination von Bass & Melodie Instrument gut etabliert. Aber für unsere eigene Musik gibt es eigentlich keine direkten Vorbilder. Da arbeiten wir mit Klassik Einflüssen genauso wie Folk, Jazz, Rock oder Pop. Das war ja der Anreiz, das da offensichtlich noch recht “unbesetztes Terrain” existiert. Und in Instrumental Musik haben die Instrumente natürlich viel mehr Platz als bei der Begleitung von Sängern.

 

Ania, du hast "klassisches Cello" studiert. Worin besteht der große Unterschied zwischen deinem ursprünglich erlerntem Cellospiel und dem jetzigen?

 

Der wesentliche Unterschied ist wohl, daß in vielen unserer Stücke mehr “Timing” also rhythmische Auffassung gefragt ist. In der klassischen Musik wird das oft freier Interpretiert. Man spielt mehr um das Metrum herum und der begriff”Groove” spielt da eigentlich keine Rolle.

 

Ich habe inzwischen gelernt, dass man dem Cello seit den 60 er Jahren auch in der Rockmusik begegnet - der Gitarre sowieso. Auf welchem Weg seid ihr bei euren Grundüberlegungen euer Repertoire aufgebaut?

 

Viel Grundüberlegung gab es eigentlich nicht. Eher das Gefühl von musikalischer Freiheit und seiner eigenen “musikalischen Stimme” zu finden & folgen. Und die setzt sich aus den oben genannten Einflüssen zusammen.

 

Bei der Recherche für dieses Interview habe ich ebenfalls gelernt, dass das Cello ist in seinem Ursprung als Baßinstrument gesehen wurde, das zunächst einen untergeordneten Rang einnahm, da es seinerzeit primär zur Ausführung einfacher Begleitbässe (Violinsonaten, Flöten sonaten, Arien usw.) eingesetzt wurde. Welchen Stellenwert messt ihr euren Instrtumenten in eurem Duo bei?

 

 Wichtig war uns von Anfang an eine gleichbereichtige Symbiose der beiden Instrumente zu erreichen. Einen gemeinsamen möglichst eigenständigen Sound und nicht Gitarre begleitet Solo Cello oder Cello untermalt Solo Gitarre.

 

Matthias, was ist die Besonderheit an der von dir als "Autofelgen-Gitarre" bezeichneten Gitarre?

 

Das Instrument nennt sich Dobro und sieht für Nicht-Gitarristen erst einmal ein wenig exotisch aus. Diese Instrumente sind entstanden als man Gitarren noch nicht elektrisch verstärken konnte und sie generell recht leise waren. Hinter der Metall-Abdeckung verbirgt sich ein akustischer Lautsprecher der sogenannte Resonator. Dadurch klingt das Instrument sehr eigenständig und wird gerne in der Blues Szene verwendet. Meist als Slide Gitarre. Und diesen Sound wollte ich gerne mit dem Cello mischen. Entstanden ist aus dieser Idee das Stück “Mondnacht”

 

Wir haben euch als "produzierende" Künstler erlebt.  Matthias, du hast dich aber auch als Arrangeur beschrieben. Wer übernimmt das Kommando - der Arrangeur oder der Ausübende? An welchen Stellen führt das zu Konflikten? Welchen Part hat bei euch in diesem Bereichen Ania?

 

Der Arrangeur versucht sich den Gegebenheiten der Instrumente anzupassen. D.h. man versucht darauf zu achten das es gut spielbar ist und gleichzeitig gut klingt. Ania passt dann natürlich für Cello einiges an.

 

Wann fällt es dem Arrangeur besonders schwer zu arrangieren?

 

Das ist vom Stück abhängig. Der Tonart z.B. oder der Klangfülle des Originals. Manchmal muss man eine Weile herumprobieren um den richtigen Ansatz zu finden.

 

Woher nehmt ihr die Ideen für eure Stücke?

 

Das ist verschieden. Meist taucht beim “herumklimpern” auf der Gitarre ein Motiv auf und das hält man fest um zu sehen ob sich aus dieser kleinen Idee ein ganzes Stück entwickeln lässt. Es kann aber auch eine konzeptionelle Idee sein, wie das schon erwähnte Mondnacht. Slide-Gitarre & Cello. Dann muss man sehen ob sich daraus spannende oder schöne Musik entwicken lässt. Meist habe ich aber mit der

Konzept Idee gleich auch eine vage klangliche Vorstellung

 

Sind das Adaptionen bekannter Stücke? Wer wählt diese aus? Und wie werden die ausgewählt - Zufallsprinzip, konzentrierte Suche oder einfach aus dem Bauch heraus? Oder einfach gefragt: Wie kommt ihr eigentlich an eure Stücke?

 

Für Arrangements anderer Komponisten wählen wir einfach aus was uns gefällt und von dem wir das Gefühl habe es könnte zu uns passen. Das sind manchmal recht spontane Entscheidungen, manchmal habe ich die Stücke aber schon sehr lange auf der “Liste”. Popularität spielt dabei eigentlich keine Rolle.


Dozententätigkeit, Komponist, Arrangeur, Musiker. In euren musikalischen Lebenslauf gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Gebt doch bitte einmal ein paar für euch wichtige Eckdaten.

 

 Ein wesentlicher Unterschied ist, daß Ania sowohl für Cello als auch Klavier eine umfangreiche klassische Ausbildung und für das Cello ein abgeschlossenes Studium hat. Ania hat dann im wesentlichen auch immer Sinne klassische Musik gespielt. Der Pop Bereich ist eigentlich erst in den letzten Jahren seit sie in Hamburg ist dazu gekommen. Daher spielt sie eher als Interpretin nach Noten. Ich komme aus der Rockmusik und hatte auch einige Zeit klassischen Gitarren-Unterricht. Aber das meiste war “learning by doing” vor allem in den vielen Theater Produktionen und Band Projekten die ich im Laufe der Jahre gespielt habe. Da war immer auch eigener Input gefragt. Und dann ist der Schritt zu eigenen Stücken und Arrangements nicht mehr so weit.

 

Kennengelernt habt ihr euch in Hamburg bei diversen Musicalproduktionen. Welche musikalischen Verpflichtungen habt ihr als Künstler auf dem jeweils eigenem Instrument und hat als Duo "Gitarre & Cello" heute. Ich meine damit nicht Matthias´ Dozententätigkeit an HfMT in Hamburg.

 

Kennengelernt haben wir uns bei einer “Evita” Produktion in Bremen. Da war Ania Gast mit dem polnischen Teil des Orchesters. Ich war Teil der deutschen Band. D.h. bevor Ania dann nach Hamburg gezogen ist sind wir häufiger zwischen Hamburg und Polen gependelt.

Mittlerweile spielt Ania praktisch in allen grossen Stage Entertainment Theatern in Hamburg, also “König der Löwen”, “Rocky” & “Phantom der Oper”, ausserdem ist sie mit der ehemaligen Mamma Mia Haupdarstellerin Carolin Fortenbacher und ihrem Mann Sascha Rothermund unterwegs. Das ist wieder eher in Richtung Singer/Songwriter Pop. Manchmal spielt sie auch noch Klassik in kleineren Bestzungen, aber das ist deutlich seltener als früher geworden.

Ich bin als Gitarrist oft im Operettenhaus “Rocky”, “Mamma Mia” etc oder manchmal beim König der Löwen. Ausserdem noch am Flensburger Theater in diversen Produktionen, oder als an der Joop van den Ende Academy.

Manchmal haben wir auch Studio-Aufnahmen und die letzten Jahre fast immer ein gemeinsames Engagement bei den Freilichtspielen Tecklenburg im Orchester.

 

Matthias, wie kommt man eigentlich dazu, an der HfMT tätig werden können - oder zu dürfen. Was unterscheidet da den Dozenten Matthias Strass vom Arrangeur Matthias Strass und dem gleichnamigen Musiker?

 

Dazu gekommen bin ich, weil ich den Popkurs 1998 selbst absolviert habe und da als recht vielseitiger Gitarrist von den Dozenten wahrgenommen wurde. Vor allem mein Akustik-Gitarren Spiel war wohl aufgefallen. Daher kam 2002 die Anfrage ob ich das Dozenten Team verstärken könnte. Die Idee war den Sängern oder Songschreibern zusätzlich auch Gitarren Unterricht anzubieten, da Peter Weihe mit den Gitarristen praktisch ausgebucht ist. Den Dozenten Matthias Strass unterscheidet da von dem Gitarristen und Arrangeur eigentlich gar nicht viel. D.h. wir sprechen viel über eigene Erfahrungen oder für den Studenten passende Ansätze. Das sind ja alles schon gute Musiker die oft einfach Fragen speziell für ihre eigene Musik beantwortet haben wollen. Da man auch in dem kompakten Kurs keine langen Aufbau oder Unterrichts Ansätze bieten kann, zeige ich gerne spontan alles was aus meiner eigen Erfahrung zu dem jeweiligen Studenten passt. Das kann Technik, Harmonielehre, arbeiten an Stücken der Teilnehmer oder einfach ein Gespräch über das Musiker Leben sein.

 

Auf welchem Wege / Aus welchen Gründen seid ihr beide eigentlich in Hamburg "gelandet". Welche "musikalischen" Vorstellungen hattet ihr damals? Wurden diese erfüllt? An welchen Stellen seht ihr noch Nachholbedarf?

 

Ich bin ca 2001 von dem Hamburger Gitarristen Uli Kringler angerufen worden, da mich andere Kollegen von ihm als Theater- & Musical geeigneten Gitarristen empfohlen hatten. Es ist ja für Musiker die noch nie nach Dirigat gespielt haben erst einmal sehr ungewohnt so zu arbeiten. Das läuft einfach anders als auf den typischen Bandproben. Uli suchte also jemanden der so etwas kann und ich bin daher damals zum Vorspiel an die Neue Flora für das Musical Mozart eingeladen worden. Den Job habe ich dann zwar nicht bekommen, konnte aber als sogenannter Sub(stitut) für die Hauptgitarristen starten. Und von da ab entwickelte das Hamburger Umfeld plötzlich eine Eigendynamik. Ich wurde dann in immer mehr Produktionen als Ersatzmann angefragt und 2003 bot man mir schliesslich einen festen Gitarristen Job im Oprettenhaus bei “Mamma Mia” an.

 

Ania ist zuerst privat nach Hamburg gekommen. Natürlich wollte sie sich dann schnell musikalisch betätigen und das ist ihr mittlerweile auch sehr gut gelungen. Aber bei Ihr hat es etwas länger gedauert als bei mir.  Letzlich spielen in diesem Geschäft ja immer persönliche Bekanntschaften (im positiven Sinne) eine Rolle und dann muss ja auch erst mal Bedarf da sein. So war sie zuerst Keyboard Aushilfe bei Mamma Mia und Cello Engagements kamen erst später.

Bei meinem Hamburg Start hatte ich das Glück, daß sich die Musical Orchester Szene gerade neu formierte und dadurch entsprechend Leute gebraucht wurden. Ich hatte schon einen gewissen Ruf in der Szene, aber Ania kannte ausser mir zuerst niemand und viele Cello Plätze waren schon besetzt. Daher musste sie sich das Schritt für Schritt aufbauen. Aber im Moment sind wir beide sehr zufrieden wie es läuft. Jetzt ist es natürlich spannend wie sich Gitarre & Cello weiterentwickeln.

 

Eure erste gemeinsame CD war "Reise nach Norden". Da ihr als "Gitarre & Cello" auftretet, hat es bei der Zusammenstellung der Stücke für die "Reise nach Norden" doch sicherlich Diskussion gegeben. Wer war der Ideengeber für diese CD und deren Zusammenstellung?

 

Nein, da hatten wir Glück, es gab Diskussionen, aber nicht über die Stückauswahl. Eher über die Arbeitsweise im Studio, Zeitplanung, Tempi etc. Aber alles in allem ging es sehr glatt. Und es ist meist so: Ania vertraut mir in erster Linie wenn es um Timing & Groove geht, während ich mich in punkto Tuning (Stimmung) eigentlich blind auf sie verlassen kannn. Für die Titel der Stücke und der CD hat oft Ania gesorgt. Wenn wir ein neues Stück zum ersten Mal spielen fängt sie die Stimmung spontan ein. Mir fehlt dann meist der Abstand, da ich ja oft schon lange daran gearbeitet habe.

Und wir hatten noch Unterstützung von 2 guten Freunden, die zwar in erster Linie als Tonleute im Studio waren, sich aber auch öfter künstlerisch eingebracht haben.

 

Eine weitere CD ist geplant. Wie wird diese zusammengestellt werden?  Welche Unterscheidungsmerkmale wird es im Vergleich zur "Reise nach Norden" geben?

 

Ja, die neue CD ist auf dem Weg und wird am 20.3.2015 erscheinen. Für uns ist sie musikalisch etwas vielseitiger geworden. Wir haben neue Klänge ausprobiert, wie z.B. die atmosphärische Kollage in “dunkle Wolken/Mondnacht” in dem wir ausserdem noch Slide-Gitarre & Cello mischen. Oder “Fliegender Teppich” das eher orientalische Skalen verwendet. Im Grunde haben wir mit “Reise nach Norden” unsere musikalische Basis geschaffen und können darauf nun entweder zurückgreifen oder sie eben erweitern.

 

 

 

Aus der neuen CD
Zum Reinhören exclusiv von Matthias Strass ein Promo-Mix als MP3- Download. Sozusagen ein exclusives "Pre-Hear" oder "Pre-Listen" oder auf gut Deutsch - der "Vorab-Lauscher"
Zwei_promomix.mp3
MP3 Audio Datei 3.8 MB

.... und

Folgender Hinweis von Matthias Strass


Live gibt es folgende Orte & Termine

20.3. Cafe Haake Meyer - Rotenburg (Wümme)
22.3. Ausstellungseröffnung - Kulturhof Heyerhöfen
27.3. Hofwirtschaft - Wittenberg

10.4. Villa Sponte Bremen

11.4. Das kleine Landcafe - Kerpen

17.4. Kreuz und Quer - Landau

18.4. Vorstadttheater - Tübingen

19.4. 11 Uhr Matinee - Saarwellingen

30.4. 40 Stühle - Hamburg

02.5. Kulturtenne - Damnatz

03.5. Gut Geisendorf - Neupetershain

17.5. Treffpunkt Falkenberg - Norderstedt

21.5. Kultur am Donnerstag - Oldenburg in Holstein


sind mit Link auch alle auf unserer Webseite zu finden und wir würden uns natürlich freuen Euch zu treffen.


- und weil in der Vergangenheit immer mal wieder nach Noten gefragt wurde: es gibt mittlerweile zumindest von 2 Stücken (Novembermelodie & Herbstfarben) Noten. Leider ist Notendruck bzw das Erstellen druckfähiger Versionen dann doch aufwändiger & kostenintensiver als gedacht, daher ist es zu einem Buch mit mehr Stücken noch ein weiterer Weg, aber wir bleiben dran. Auch dazu mehr Infos auf unserer Webseite.

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"SONGS & WHISPERS" from Bremen is a live - music and artist development network
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DAP, Hamburg
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Official HP Ian Stenlake
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