Collage: mTr / Foto: zur Verfügung gestellt von R. Wandrey  *  Fragen: mTr / B. Seitz * Bilder: mTr / B.&H.Seitz * Realisation: mTr / B. Seitz
Collage: mTr / Foto: zur Verfügung gestellt von R. Wandrey * Fragen: mTr / B. Seitz * Bilder: mTr / B.&H.Seitz * Realisation: mTr / B. Seitz

Da bekam Frau nun den Auftrag: „Fang doch schon mal an Fragen aufzuschreiben.“ – Kein Problem bei WhySix – dachte ich! Dann doch noch mal der Blick auf die Vorstellung der Gruppe im Bereich Information und die Erkenntnis, da stehen ja schon ein paar Antworten drin. Also fangen wir dieses Interview mal anders an. Ich versuche mich mal selbst an der Beantwortung der ersten Fragen und WhySix kann dann schauen, ob das so richtig ist und bei Bedarf ergänzen. Aber keine Angst, einige Fragen, hab ich schon mal beantwortet. Es gab dann doch schon ein paar, zu denen ich keine Antwort gefunden habe.

 

1.       Warum heißt Why Six, wo man doch im Regelfall nur drei auf der Bühne sieht, Why Six?

 

So müsste gemäß der Vorstellung unter Information, die Antwort wohl ungefähr so lauten: „„Warum sechs, wenn drei (zwei) es auch tun?“ Oder länger gesagt: „Damals musste seine langjährig erfolgreiche Band „Les Clochards“ aufgelöst werden. Zwei Mitglieder hörten aus gesundheitlichen Gründen auf. Rüdiger Wandrey gründete eine neue Formation mit dem Namen "WhySix". ER wollte weiterhin der traditionellen Beatmusik folgen mit vier Musikern, statt sechs wie beim neuen Phillisound (mit zwei zusätzlichen Bläsern).

Doch die Zeit hatte sich geändert, der musikalische Geschmack auch und so verschwand diese Formation im Nirwana der populären Musik.“….. Mit Jost Köhler begann er später wieder zusammen Musik zu machen. „Und eines Tages war er dann da: Radio Bremens „Bremer Container“. Das Duo musste dort angekündigt werden. Also galt es, einen Bandnamen zu finden. Warum in die Ferne schweifen? Was lag näher, als den alten Namen „WhySix“ wieder zu beleben?“  

 

MTR: Ich hoffe mal, dass das so noch stimmt.

 

Rüdiger Wandrey: Das stimmt noch so, ich habe winzige Ergänzungen dazugeschrieben.

 

 

2.  Eigentlich noch nicht so früh an der Reihe wäre die Frage an Reiko Mordhorst: „Wie kommt es das eine Frau Schlagzeug spielt? Meist sieht man da doch eher die Männer oder?

 

Wie kam sie nun ans Schlagzeug, auch das steht so schon im Bereich Information, würde ich mal sagen. Es stand ein Gig an und Rüdiger Wandreys Why Six Kollege wollte nicht mehr auf Privatfeiern spielen. „So musste nach vielem Hin und Her für diesen Gig eine Lösung gefunden werden. In diesem Prozess erwähnte Rüdigers Partnerin Reiko, dass sie früher in der Schule (in Japan) Bongos gespielt hätte. Bongos waren vorhanden und einige Proben ergaben, dass dies eine Möglichkeit sei, doch dem Freund den Wunsch zu erfüllen, auf seiner Silberhochzeit zu spielen. Alles Weitere ergab sich in Windeseile. Reiko bekam zu den Bongos weitere Perkussionsinstrumente und schließlich ein komplettes Schlagzeug.“

 

 

MTR: Mal schauen, ob das so ungefähr hinkommt.

 

WhySix: Wieder kleine Ergänzungen, das kommt so hin.

 

Jetzt lassen wir

 

WhySix

 

in Person

 

Rüdiger Wandrey

 

aber selber arbeiten

3. Was erwartet einen Besucher bei einem WhySix Konzert?

 

Es erwarten den Besucher Oldies der 1960-er und 1970-er Jahre und Titel späterer Jahre, wenn sie im Stil zu denen der Oldies passen. WhySix spielt diese Titel nicht 1:1 gemäß den Originalen, sondern angepasst an die vorhandenen Instrumente und Musiker. Dabei entwickelte sich im Laufe der Jahre der WhySix-eigene Stil mit Betonung auf mehrstimmigem Gesang, denn die Musiker glauben, dass die Mehrheit der Zuhörer eine bekannte Musik hauptsächlich nach dem Gesang identifizieren. Mit Rhythmus und Harmonien gepaart ist das dann WhySix.

 

 

4. Wie würdet ihr jemanden WhySix beschreiben, der Euch nicht kennt?

 

Handgemachte, bekannte Musik, im Duo oder Trio absolut live gespielt, so wie es zwei oder drei Musiker mit jeweils zwei Händen und einer Stimme vortragen können. Mit Schwerpunkt auf die Beatmusik der 60-er und 70-er Jahre.

5. Bei unseren zahlreichen Besuchen von Auftritten von WhySix, waren Rüdiger Wandrey und Reiko Mordhorst als „Stammbesatzung“ immer dabei. Der dritte im Bunde wechselte ab und zu. Habt ihr da mehrere Kollegen, die bei Bedarf dabei sind? Wieviel „3.Männer“ habt ihr und wer ist wann dabei? – und daraus ergibt sich die folgende Frage:

 

 

6. Wer sind die einzelnen Mitglieder von WhySix? Mögt Ihr Euch kurz vorstellen?

 

 

Das "heutige" WhySix entstand aus einer "Stammtischband" völlig ungezielt zusammengewürfelter Instrumentalisten, von denen Jost Kähler und Rüdiger Wandrey übrig geblieben sind, die dann als Duo WhySix begonnen haben, Stücke von Gesangsduos wie Simon & Garfunkel, den Everly Brothers oder den Bellamy Brothers zu spielen und mit Gitarren zu begleiten. Anfangs mit zwei Gitarren, später mit Gitarre und Bass. Jost veränderte sein berufliches Umfeld von Bremerhaven nach Lübeck und später Hamburg und Mike Widdecke ersetzte ihn an der Gitarre und zweiten Stimme. Ca. 20 Jahre spielte WhySix in dieser Besetzung, bis Mike keine Lust mehr hatte, zu privaten Feiern zu spielen. Da aber schon lange für einen Freund eine Silberhochzeit gebucht war, trat Reiko mit Percussion und Snaredrum in die Lücke. Zur gleichen Zeit bot Jörg Gauker sein Hilfe am Bass an und wurde mit seinem weißen Uprightbass zum optischen Markenzeichen der Band. Reiko bediente letztlich ein komplettes Schlagzeug plus Bongos und beide, Reiko und Jörg sorgten für Chorgesang und zweite Stimme zum Leadgesang von Rüdiger, der vom Bass wieder zur Gitarre wechselte. Drei Jahre spielte WhySix in dieser Besetzung bis Jörg beruflich nach Hannover ging und weil ihm das Zusammenspiel mit Reiko so gut gefiel (Bass und Schlagzeug bilden die wichtige Rhythmuseinheit einer Band und müssen absolut miteinander harmonieren), hängte er noch ein Jahr als Reisender zwischen den Städten an und blieb so festes Bandmitglied für insgesamt vier Jahre. Dann fing für WhySix die schwerste Zeit an, denn es war und ist nicht leicht einen passenden dritten Musiker zu finden, der noch keine Band hat, aber die notwendige Liveerfahrung mitbringt, Lust zu dieser Musik hat (hier in der Region ist Blues die beliebteste Musikrichtung) und menschlich, altersmäßig und musikalisch zum WhySix-Konzept passt. So gab es gut zwei Jahre mit Experimenten und mehreren "dritten Männern". Nachdem der letzte Bassist, Dieter Erbe, wegen Krankheit ausfiel und nicht klar war, ob er jemals wieder Bass spielen könnte, aber bereits etliche Gigs fest gebucht waren, war guter Rat teuer. Mike wurde mehrfach gefragt, ob er nicht doch wieder zurückkommen wolle, verneinte dies aber stets. Parallel arbeiteten Rüdiger und Reiko an einer CD, um für die "Zeit danach" wenigstens ein Tondokument für sich zu haben. Rüdiger fragte Mike, ob er wenigstens ein paar seiner genialen zweiten Stimmen für die CD einsingen würde, was er sofort und gerne zusagte. Im Laufe dieser Arbeit für diese CD steigerte sich seine Lust so erheblich, dass er einer erneuten, letzten Bitte von Rüdiger, doch wieder bei WhySix einzusteigen zustimmte. So lautet die aktuelle (und wohl auch endgültig letzte) Besetzung von WhySix: Rüdiger Wandrey (Gesang, Bass, Gitarre), Mike Widdecke (Gitarre, Gesang) und Reiko Mordhorst (Schlagzeug, Gesang). Mike ist berufstätig als Meister in einer Malerfirma und daher mitunter kurzfristig oder auch an Wochenenden nicht abkömmlich. Daher könnte es WhySix auch mal als Duo mit Gitarre, Gesang und Schlagzeug geben, aber nur für einen solchen Fall.

 

 

v. links n. rechts: Mike Widdecke, Jörg Gauker, Dieter Erbe
v. links n. rechts: Mike Widdecke, Jörg Gauker, Dieter Erbe

7. Dann eine Frage, die sich einfach mal so ergeben hat, nach einigen Kommentaren unter den Bildern von Eurem Auftritt beim Otterndorfer Hafenfest. Es geht um das gute Stück rechts auf dem Foto rechts.  Er scheint etwas Besonderes zu sein. Welche Geschichte steckt hinter dem Bass?

 

Ich habe die längste Zeit mit Mike Bass gespielt. Erst als er bei WhySix aufgehört hat, musste ich wieder zur Gitarre greifen. Nun bin ich bereits 68 Jahre alt und das macht sich auch in den Fingern bemerkbar. Ich brauche deutlich länger für die "Aufwärmung" meiner Finger, wenn ich Gitarre spiele, als dies beim Bass notwendig ist. Daher reifte in mir der Wunsch, doch irgendwann wieder auf den Bass umzusteigen. Unter den Bässen, die ich besitze sind vier sogenannte "Beatles-Bässe", also Vertreter der Instrumente, die Paul McCartney bei den Beatles und bis heute gespielt hat. Diese Bässe zeichnen sich nicht nur durch den Sound, der die 1960-er geprägt hat, aus, sondern sie sind durch die kurze Mensur auch sehr bequem zu spielen und bieten trotzdem ein unglaublich tiefes Fundament. Genau dieser Bass, der Höfner 500/1 Violinbass feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen und das zelebriert die Herstellerfirma mit einer Jubiläumsausgabe von genau 60 Exemplaren weltweit. Für das Design konnte der Künstler Klaus Voormann (ein intimer Freund der Beatles und früherer Bassist bei Manfred Mann) gewonnen werden. Da in diesem Jahr auch die Beatles-Scheibe "Revolver" 50-jähriges Jubiläum feiert und auch für diese Platte Klaus Voormann das Coverdesign schuf, war es logisch, den Bass mit einem stilistisch ähnlichen Design zu versehen. Im vergangenen Jahr erhielt ich von einem mir bekannten und mit mir befreundeten holländischen Höfner-Händler das Angebot, ich könne die Nr. 2/60 dieses Basses haben. Paul McCartney würde die Nr. 1/60 erhalten. Also hieß es von da an sparen, sparen, sparen. Anfang diesen Jahres kam die freudige Nachricht aus Holland, dass Ton Paulussen (der Höfner Gold-Label Händler), auch die Nr. 1/60 bekommen und dass er diese mir geben würde. Höfner habe nämlich nur die letzten 5 Exemplare als Linkshändermodelle gebaut und so hätte Sir Paul für sich die Nr. 60/60 erbeten. So kam ich zu einem weltweit limitierten Kultinstrument mit der Nr. 1, von dem Sir Paul McCartney die Nr. 60 besitzt. Da ich durch die Rückkehr von Mike in die Band nun auch wieder zum Bassisten geworden bin, hängt dieses wunderbare Stück auch nicht nur bei mir an der Wand, sondern wird gespielt, so wie es für ein Musikinstrument auch sein sollte. Und es ist schon ein besonderes Gefühl, einen Bass zu spielen, von dem es nur 60 Exemplare gibt, von dem ich die Nr. 1 und Paul McCartney, der Held meiner Jugend, die Nr. 60  besitzt.

8. Wie wählt ihr Eure Lieder aus?

 

Das ergibt sich meist ganz spontan. Man hört einen Song, glaubt ihn spielen zu können, probt das ein paarmal und stellt fest, dass es gefällt oder auch nicht. Wichtig für uns ist, dass unsere Songs allen Bandmitgliedern gefallen. Ich bin überzeugt, man kann nur die Musik rüberbringen, die einem selbst auch gefällt. Selten ist mal ein Wunschsong eines Freundes oder Veranstalters dabei, auch wenn wir selbst nicht ganz davon überzeugt sind. Bei Wünschen spielen wir nur das, was wir selbst auch mögen, weil wir alles andere einfach auch nicht richtig spielen könnten. Da sagen wir auch mal, "sorry, können wir nicht" oder "sorry, können wir heute nicht, aber beim nächsten Mal!". Aber die Mehrheit der Songs sind die, die ich schon in meiner ersten Schülerband gespielt habe oder sie zumindest habe spielen wollen. Sie sind also ein Teil meines Lebens.

 

9.       Habt ihr bestimmte Lieblingsgruppen oder Lieblingslieder?

 

Meine Favoriten sind eindeutig die Beatles, die Searchers oder Simon & Garfunkel, mit Einschränkung auch die Stones und natürlich Smokie. Mike ist mehr der Countryman und liebt alles aus dieser Richtung, aber auch Eagles oder Highwaymen. Reiko liebt besonders die Searchers, Smokie oder Peter Maffay.

10. Wo kann man WhySix in diesem Jahr noch erleben? Gibt es da schon Termine? Pläne?

 

Die Highlights in diesem Jahr sollten die beiden Auftritte in der Schiffdorfer Stauschleuse werden, in neuer, alter Besetzung und viel Spaß in genialer Kulisse. Leider mussten die Wirtsleute Tanja und Stefan Borrosch die Stauschleuse aus familiären und gesundheitlichen Gründen schließen. Für uns und andere Musiker ein sehr großer Verlust einer einmaligen Location mit einmaligen Wirtsleuten. Ansonsten ist für den Rest dieses Jahres noch alles offen. Es gibt ein paar Privatfeiern, die wir musikalisch begleiten, ein paar öffentliche Termine sind angefacht, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht konkret. Das ist aber gar nicht so schlecht, weil ein "Personalwechsel" natürlich auch mit erhöhtem Übungsbedarf und "zusammengewöhnen" verbunden ist. Da waren die beiden vergangenen Jahre leider nicht optimal, da wir oft mit Musikern auftreten mussten, bevor wir richtig eingespielt waren. Das ist suboptimal und nicht befriedigend. Da ich mit Mike aber rund zwanzig Jahre zusammengespielt habe, wird diese Phase diesmal nicht wirklich lange dauern. Leider sind wir vor drei Jahren auch aus rein menschlichen Gründen der neuen Veranstalter auch aus den Auftrittsmöglichkeit im Wingster Kurpark, neben der Stauschleuse die andere wunderbare Location, die wir 12 Jahre regelmäßig "bespielt" haben, herausgekickt wurden, kommt die derzeitige Neuformierung sehr gelegen, um das Programm, die Musik und neue Auftrittsmöglichkeiten zu optimieren und mit frisch gestärkten WhySix neue Locations anzugehen. Erste Schritte sind getan, unsere neue CD könnte uns dabei auch behilflich sein, und letztlich werden wir unseren Platz im Musikgeschehen unserer Region wieder finden. Wir werden über die Medien und unsere Facebook Seite über den Fortgang unserer Band berichten. Leider verringern sich Auftrittsmöglichkeiten mit wenigstens einer minimalen Garantiegage rapide. Das Modell "spielen gegen Hutspende" setzt sich immer mehr durch, u.a. auch, weil es immer mehr Musiker und Bands gibt, die sich einsäuseln lassen, dass sie dadurch bekannt würden und als folge besser bezahlte Auftritte erhalten könnten. Ein riesiger Irrglaube, denn der arme Wirt, der sich wenigstens eine Minimalgage "nicht leisten" kann, geht ohne Livemusik mit Sicherheit pleite. Ich schlage solchen "Veranstaltern" immer vor, doch bei meiner nächsten Party mal das Catering gegen Hutspende auszurichten. Sicher würde das besser bezahlte Folgeaufträge für ihn bringen. Ist darauf wohl mal einer eingegangen? Nichts dagegen, wenn ein Veranstalter mal ein schlechtes Geschäft hat und dann auch bei der Musik spart, aber das wieder zurückgibt, wenn es gut läuft. Aber so lange sich die Musiker auf solche Deals einlassen, wird es auch solche Angebote geben. Es st im Kleinen, wie im Großen: Musik darf nichts kosten, die muss man umsonst kriegen, und wenn man sie nicht umsonst kriegt lädt man sie halt runter, ohne Kosten natürlich. Ich bin froh, dass ich eine andere Zeit als Hobbymusiker erleben durfte und dafür steht WhySix auch (die "Clochards" wurden noch kostenlos (!!) vom Arbeitsamt in ganz Schleswig-Holstein vermittelt mit Gagen, von denen man heute nur träumen kann. Wir könnten noch unsere kompletten Anlagen und Instrumente von unserer Gage bezahlen!).

 

2014 : Stauschleuse indoor
2014 : Stauschleuse indoor
2015: Stauschleuse Open Air
2015: Stauschleuse Open Air
2016: Hafenfest Otterndorf Open Air
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"SONGS & WHISPERS" from Bremen is a live - music and artist development network
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DAP, Hamburg
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Official HP Ian Stenlake
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