Kennen und schätzen gelernt haben wir Dietmar Schlabertz auf einer Reise durch den Ärmelkanal bis nach Schottland. Uns hat er dabei durch seine Art überzeugt. Erst später erfuhren wir, dass er nicht nur als Pianist oder Kapellmeister unterwegs ist, sondern auf seinen Reisen auch als musikalischer Leiter auf Kreuzfahrten agiert.

 

Wir haben ihn im September bereits unter Informationen vorgestellt.

 

Der in Düren (Rheinland) als Sohn einer Pianistin geborene Dietmar erhielt seinen ersten Klavierunterricht bei der Mutter. Später war er Schüler der Konzertpianistin Gertrud

Meuthen an der Musikschule Düren. Er war mehrfacher Preisträger beim Wettbewerb "Jugend musiziert". Er studierte an der Musikhochschule Köln bei Prof. Klaus Oldemeyer Klavier und schloß sein Studium mit dem pädagogischen Examen und dem künstlerischen Diplom ab. Hinzu kamen Meisterkurse bei Thomas Christian (Kammermusik), Vitalij Margulis und Peter Feuchtwanger (Klavier). Er gab zahlreiche Klavier- und Kammermusikabende, sowie Solokonzerte mit Orchester. Unter anderem eröffnete er die Bundesärztetage 1994 und 1996, die 50-Jahrfeiern des Marburger Bundes und der Bundesärztekammer. Als Dirigent leitete er das Sinfonieorchester der Stadt Düren und das Salonorchester Rurland. Seit 1998 war er an verschiedenen Theatern in Deutschland als Pianist und Kapellmeister engagiert, zuletzt am Theater Vorpommern (Stralsund/Greifswald).

 

Bei den Neujahrsempfängen von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel trat er in den vergangenen Jahren regelmäßig auf.


Er ist zur Zeit freiberuflich tätig, gibt Klavierabende, Klavierkonzerte, Kammermusikabende. Als Pianist und Musikalischer Leiter ist er auf den Kreuzfahrtschiffen „Delphin Voyager“, „MS Astor“, „Sea Cloud“, „Mein Schiff“ „AIDAstella“ und „AIDAsol“ gefahren.

 

Man sieht - ein interessanter Musiker, dem wir auch gleich einige Fragen gestellt haben.

 

Das Interview

1.) Sie haben schon mehrere Kreuzfahrten musikalisch begleitet. Auf welchen Schiffen waren Sie unterwegs? Gibt es dabei Favouriten?

 

Es waren die Delphin Voyager, die Astor, Sea Cloud, Mein Schiff 1, AIDAstella und AIDAsol, die Europa, die Artania, und nun die Amadea.

Jedes dieser Schiffe ist einzigartig. Jedes hat seine Qualitäten. Als Mitglied der Crew hat man grossen Einfluss auf die Atmosphäre auf dem Schiff.

Natürlich habe ich meine „heimlichen“ Favoriten.

 2.) Wie ist es dazu gekommen, dass namhafte Kreuzfahrtgesellschaften sie als Pianisten engagieren?

 

Meine damalige Freundin arbeitete zeitweise als Sängerin auf einem Schiff.

Sie hat mich auf die Idee gebracht, mich dort zu bewerben.

3.) Sie treten dabei als Solokünstler auf, aber auch als musikalischer Begleiter mit anderen (auf jeder Kreuzfahrt wechselnden) Solisten auf? Sich immer wieder auf nerue Partner einzustellen und einzustimmen, ist sicherlich nicht ganz einfach. Inwieweit haben Sie überhaupt Einfluß auf die Programmgestaltung?

 

Mein Soloprogramm lege ich selbst fest. Ich habe klassische Stücke ausgewählt, die einen Bezug zum Meer und zur Natur haben. Beispielsweise die „Sturm-Sonate“, oder die „Barke auf dem Ozean“.

Bei der Begleitung der Solokünstler sieht die Sache anders aus. Die Geigerin Naomi Binder habe ich erst auf dem Schiff kennengelernt. Es war toll, mit ihr zusammen zu musizieren.

Sie hatte ein sehr anspruchsvolles Programm ausgewählt. Das war die Herausforderung: Innerhalb weniger Tage ein solches Konzert vorzubereiten.

So etwas ist auf einem Schiff mit begrenzten Übe- und Probemöglichkeiten immer schwieriger als an Land, aber das macht ja eben den Reiz aus.

Dietmar Schlabertz & Naomi Binder im Konzert auf der MS Amadea
Dietmar Schlabertz & Naomi Binder im Konzert auf der MS Amadea

 4) Wechselnde musikalische Partner bedeutet auch immer wieder Neugestaltung eines musikalisches Programms. Wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen, wenn man sich im "schlimmsten" Fall erst auf dem Schiff begegnet?

Auf dieser Reise traten Sie zusammen mit der Geigerin Naomi Binder auf.

Wir stellen Naomi bei uns an anderer Stelle vor.

 

Wir müssen ein Programm innerhalb weniger Tage vorbereiten. Die meisten Künstler lernt man erst auf dem Schiff kennen, und meist nur für eine Reise.

Wir haben uns am ersten Tag zusammengesetzt, und ein Programm zusammengestellt, das in so kurzer Zeit möglich ist.

Dazu müssen wir beide einschätzen können, was möglich ist.

Meist ist es gut, ein bisschen mehr zu planen, die Herausforderung ist dann größer.

5.) Sie sind Konzertpianist, Kapellmeister, Organist, Chorleiter und Vorsitzender des Tonkünstlerverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Wie halten Sie sich für diese vielfältige Aufgabenstellung fit?

 

Letztlich geht es nur, wenn man Prioritäten setzt. Auf dem Schiff ist das klar. Es gibt ja nur das Schiff und die damit verbunden Aufgaben.

Zuhause gibt es dann den „Stapel“ an liegengebliebenen Aufgaben.

Es gibt die vielfältigen Aufgaben, aber man kann immer nur eine auf einmal erfüllen. Dann geht’s.

Wir bedanken uns für die Beantwortung der Fragen. Vielleicht trifft man sich ja mal wieder ?!

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